Kati Wilhelm: Zwischen Leistung und Leidenschaft

Sie ist eine der schillerndsten Persönlichkeiten des deutschen Sports. Biathletin Kati Wilhelm hat sich in den vergangenen Jahren aufgrund ihrer herausragenden Leistungen landesweit zu einer der erfolgreichsten und beliebtesten Athletinnen entwickelt. Von den Weltmeisterschaften 2007 in Antholz kehrte sie mit einer Bronzemedaille und Staffelgold zurück. Neben Platz zwei in der Weltcup-Gesamtwertung 2006/2007 sicherte sich Kati Wilhelm zudem die kleine Kristallkugel in der Sprint- und der Massenstart-Wertung.

Damit bestätigte sie einmal mehr ihr großes Potenzial, denn bereits die Saison 2005 / 2006 hatte ganz im Zeichen von Kati Wilhelm gestanden. Mit sechs Siegen und neun zweiten Plätzen war sie die erfolgreichste Skijägerin der Saison und gewann souverän die große Kristallkugel für den Gesamt-Weltcup sowie die kleinen Kugeln in der Verfolgung und im Sprint. Bei den Olympischen Spielen in Turin vergoldete die Thüringerin ihre Saison. Mit nunmehr drei Gold- und drei Silbermedaillen ist Kati Wilhelm die erfolgreichste Biathletin bei Olympischen Spielen überhaupt.

Bereits nach ihrem Doppel-Olympiasieg in Salt Lake City 2002 schrieben US-Journalisten Kati Wilhelm das "sympathischste Lächeln im Biathlon" zu. Doch es sind nicht nur sportliche Erfolge, die die junge Frau zum Lächeln bringen. Vielmehr ist es ihre fröhliche, aufgeschlossene Art, mit der Kati vielen Dingen im Leben begegnet. Doch so locker und entspannt sie in vielen Dingen des Alltags ist, so professionell zeigt sie sich in ihrem Sport. Auf der Suche nach dem für sie optimalen Trainingsumfeld wechselte sie von ihrer Heimat nach Ruhpolding in Oberbayern.

Katis knallroten und topmodern gestylten Haare, im Rennen häufig versteckt unter einer ebenso roten Mütze, sind ein auffälliger Farbtupfer im Biathlonzirkus. Seit 1999 färbt sie sich ihre Haare nach einer Geheimrezeptur, die nur sie und ihr Friseur kennen, für den sie extra bis ins fränkische Bad Mergentheim fährt. „Rot ist einfach meine Farbe, warum sollte ich das nicht auch zeigen?“

Ihr fröhliches Wesen kommt besonders bei Kindern gut an. So steht Kati, wenn sie ihre Neffen bei einem Besuch zur Schule oder in den Kindergarten bringt, den Kameraden gerne Rede und Antwort: „Gespräche mit Kindern sind lustiger, aber häufig auch herausfordernder als Interviews mit Journalisten. Kinder sind so herrlich unbeschwert und offen; da kann man sich als Erwachsener manchmal ein Scheibchen abschneiden.“ Deshalb ist es für Kati auch vielmehr Kür als Pflicht, Schulen und Kindergärten zu besuchen, aus Kinderbüchern vorzulesen oder als Studiogast bei Kinder- und Jugendsendungen aufzutreten.

Auch Unternehmen wissen die Bekanntheit und die Beliebtheit von Kati Wilhelm für ihre eigene Kommunikation zu schätzen. Hauptsponsor E.ON Ruhrgas setzt die Biathletin als Anzeigen-Testimonial einer umfangreichen Printkampagne in auflagenstarken Magazinen ein und platziert sie in ganz Deutschland auf Plakatanzeigen. Für die Deutsche Kreditbank AG (DKB) stand sie für TV-Spots in ARD und ZDF vor der Kamera. Und für den jüngsten Sponsor im Boot, Knauf Bauprodukte, ist Kati zentraler Bestandteil der Werbestrategie des Unternehmens, u.a. mit zahlreichen PoS-Aktionen.

Wer Kati Wilhelm trifft, stellt schnell fest, dass die junge Frau das Leben neben dem Spitzensport nicht aus den Augen verliert. Trotz aller Trainingskilometer und Materialtests, Autogrammstunden und Sponsorentermine schafft sich die 30-Jährige ihren Freiraum. Ausgiebige Shopping-Touren gehören genauso dazu wie Reisen in ferne Länder.

Seit einem Erlebnistrip durch die kanadischen Provinz Alberta mit der Erfolgsautorin Susanne Fröhlich ist Kati von der weitläufigen und naturbelassenen Landschaft Kanadas begeistert. In diesem Sommer bereiste sie gemeinsam mit ihrem Freund die Provinz British Columbia - stilecht im Camper und mit Lagerfeuer-Romantik. Unmittelbar im Anschluss legte sie eine zweiwöchige Trainingseinheit in Salt Lake City ein.

Auszeiten wie diese sind selten für Kati Wilhelm. Wenn sie nicht trainiert büffelt sie für ihr Studium an der FH Ansbach, wo sie im Frühjahr diesen Jahres eine Ausbildung zum "Bachelor of Arts in International Management" begonnen hat. Gemeinsam mit Spitzensportlern anderer Sportarten baut sie dort bereits für die Zeit nach ihrer aktiven Karriere vor - auch wenn dies noch in weiter Ferne liegt. Der Kanada-Fan hat die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver als langfristiges Ziel ausgegeben.

Nicht nur wegen ihres Fernstudiums gehören Laptop und Handy zu den ständigen Wegbegleitern von Kati Wilhelm. „Wenn man fast 250 Tage im Jahr unterwegs ist, ist das die einzige Möglichkeit Kontakt zu Familie und Freunden zu halten“ – und zu ihren Fans, die sie auf ihrer Website mit Geschichten aus ihrem Leben auf dem Laufenden hält. „Fans zu haben, ist eine tolle Motivation", sagt sie. Nach den Wettkämpfen nimmt sie sich deshalb immer viel Zeit, die zahlreichen Autogrammwünsche zu erfüllen oder für das ein oder andere Bild in die Kamera zu lächeln.

© Deutsche Sport-Marketing GmbH, 2007

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