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Schmalkalden in Thüringen - hier wird Kati, am 02.08.1976, geboren. Ihre Schulzeit verlief ziemlich normal, und schon in der ersten Klasse war sie sehr Sportbegeistert. Langlauf hatte es ihr besonders angetan. Mit 7 Jahren machte sie die Loipen des Trainingszentrums in Steinbach-Hallenberg unsicher und sammelte ihre ersten Erfahrungen auf Langlaufskiern.
Dann, mit 14 Jahren, wechselte sie an das Sportgymnasium in Oberhof. 1995 verlässt sie die Schule, mit dem Abitur in der Tasche und geht zur Sportfördergruppe der Bundeswehr ( wo sie mittlerweile den Dienstgrad des Hauptfeldwebels erreicht hat ). Eigentlich wollte Kati aber nach dem Abi studieren, doch ihre Möglichkeiten aktiv Leistungssport zu betreiben wären dann doch sehr eingeschränkt gewesen und somit war für sie klar, dass sie zur Sportfördergruppe der Bundeswehr geht.
1998 nimmt Kati noch als Langläuferin an den Olympischen Winterspielen in Nagano teil. Mit der Langlaufstaffel erreicht sie dort den 5. Platz. Ein Jahr später dann der Wechsel zu Biathlon. Geprägt wurde dieser Wechsel durch ein Schlüssel-Erlebnis: "Das war bei der Militärweltmeisterschaft, bei der ich noch als Langläuferin dabei war. Ich habe beim Biathlon-Training zugeschaut und mich hat jemand gefragt, ob ich auch mal zehn Schuss machen will." Das war der erste Kontakt mit einer Biathlon-Waffe, bei dem sie dann auch gleich neun mal ins Schwarze traf.
Nach einer eher erfolglosen Langlaufsaison, fiel ihr die Entscheidung, zum Biathlon zu wechseln, überhaupt nicht schwer. "Ich dachte mir, probiere ich es einfach und wenn es nicht klappt, kann ich immer noch aufhören; dann weiß ich wenigstens, dass ich alles versucht habe." Und schon im ersten Weltcupjahr zeigte sich, dass es die richtige Entscheidung gewesen war. "Da wurde ich das erste Mal Dritte und mit einem Mal wusste ich: Es hat sich gelohnt und ich habe genau das Richtige gemacht."
2001 dann ihr erstes Gold bei den Weltmeisterschaften in Pokljuka. Und ein Jahr später Katis bis dahin größter Erfolg. Bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City gewann sie 2x Gold und 1x Silber, und auch bei den Weltmeisterschaften war sie erneut erfolgreich. In der Saison 2004/2005 schaffte sie dann ihre, bis dahin, beste Saisonleistung. Kati gewann 3 Weltcups und belegte am Ende den 2. Platz des Gesamtweltcups, den Gesamt-Weltcup im Sprint entschied sie für sich.
Im Februar 2006 folgten dann ihre zweiten Olympischen Spiele als Biathletin. In Turin wurde ihr die Ehre zuteil, bei der Eröffnungsfeier die deutsche Flagge ins Stadion zu tragen. "Das Telefon klingelte, und ich wurde gefragt, ob ich die deutsche Fahne tragen will. Ich habe keine Sekunde gezögert und ja gesagt", meinte Kati, die als erste Biathletin die deutsche Fahne tragen darf. Mit 1x Gold und 2x Silber im Gepäck fährt Kati, als erfolgreichste Biathletin aller Zeiten, am Ende der Olympischen Spiele wieder nach Hause.
Nach ihrer Rückkehr aus Italien lagen dann noch einige Weltcups vor ihr, doch das Gelbe Trikot konnte ihr keiner mehr streitig machen. Am Ende durfte Kati die große Kristallkugel, als Gesamtweltcup-Siegerin 2005/2006, in Empfang nehmen.
In der Saison nach Olympia hatte Kati sich eigentlich keine so großen Ziele gesteckt, es war eben die Saison nach Olympia und die Vorbereitung war durch viele Termine eine andere als sonst. Aber dennoch wurde es eine erfolgreiche Saison, 2 Medaillen bei der WM, 2 kleine Kristallkugeln im Disziplinen-Weltcup und Platz 2 im Gesamtweltcup. Bis zum letzten Wettkampf der Saison kämpfte sie um das Gelbe Trikot, musste sich dann aber doch von Teamkollegin Andrea Henkel geschlagen geben.
Es folgte eine durchwachsene Saison, die mit Platz 4 im Gesamtweltcup endete. Auch bei der WM lief es nicht nach Katis Vorstellungen, nur eine Medaille brachte sie mit nach Hause: Staffelgold. Mit der Saison unzufrieden beschloss Kati nun neue Wege zu gehen und engagierte ihr persönliches Trainerteam: Odd Lirhus und Andreas Stitzl. Gemeinsam mit ihnen arbeitete Kati an ihrem Laufstil und an ihrer Schusstechnik. Und siehe da, die Veränderung zahlt sich voll und ganz aus. In der Saison 2008/2009 zeigt Kati sehr konstante Leistungen, viele Podestplätze und Top 10 Platzierungen kann Kati bis zum Saisonhöhepunkt verbuchen. In der vorolympischen Saison ist die WM in Korea der Höhepunkt und Kati rechnete sich einige Medaillenchancen aus. Gleich im ersten Wettkampf gewinnt Kati Gold und es folgen noch 3 weitere Medaillen. Gold im Einzel, Silber in der Verfolgung und Staffelsilber. Damit ist Kati die erfolgreichste Athletin dieser WM und es scheint, als schließe sich ein Kreis. Bei ihrer 1. WM in Pokljuka gewinnt Kati ihre erste WM-Medaille und jetzt, bei ihrer wohl letzten WM gewinnt Kati erneut Einzelgold. Die Saison läuft noch und Kati ist mittendrin im Kampf um das gelbe Trikot und sie hat nicht die schlechtesten Chancen ein zweites Mal den Gesamtweltcup für sich zu entscheiden...
Und die Erfolgsstory Kati Wilhelms ist noch lange
nicht zu Ende geschrieben...
Text © Sandee, 2008/2009